Eine Prinzessin empfängt

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Die Ehrenloge der Nordhavn Arena sah aus, als habe jemand beschlossen, dass Macht weicher wirkte, wenn man genug Samt an die Wände brachte.
Dunkelroter Stoff bedeckte die Paneele. Goldene Kordeln hielten schwere Vorhänge zurück, hinter denen die Glasfront zur Arena lag. Unten war das Eis inzwischen leer, gereinigt, dunkel, beinahe unschuldig. In der Loge standen tiefe Sessel, ein niedriger Tisch aus dunklem Holz, ein kleines, sehr exklusives Buffet mit gedämpften Ananas, kaltem Lachs, poêlierten Feigen, geeisten Pralinen, mit Apfelmus gequirltem Aquavit und chinesischen Porzellanschalen mit Vanillepudding. Am hinteren Ende des Raumes stand ein Thron.
Er war groß genug, um nicht lächerlich zu sein und um alle daran zu erinnern, dass Dänemark hier nicht einfach Gastgeber war.
Prinzessin Indulan saß auf dem Thron.
Stromberg trat zuerst ein, gefolgt von Klebb, Lodge und Volpe. Danach kamen Anya, Claudia und Paloma. Hinter ihnen folgten Mutoi, Komarova, Kalaschek, Höller, Kromoser, Eder, Köck und Magnus. Die Kadetten wirkten auf eine Weise aufrecht, die verriet, dass sie innerlich sehr dringend wieder in eine Welt zurückwollten, in der Nestroy-Zitate das Gefährlichste an einem Abend waren. Allerdings hatten sie ihre Frisuren gerichtet und ihre Uniformjacken wieder angezogen, weshalb man keine schmutzigen Hafenspuren auf den weißen Hemden mehr sehen konnte.
Magnus sah sich um.
„Das ist gemütlicher als die Tiefgarage.“
Claudia sah ihn an.
„Fast alles ist gemütlicher als eine Tiefgarage mit Atommüll.“
„Hessen nicht immer“, murmelte Magnus.
Indulan hob eine Hand.
Es war keine große Bewegung. Trotzdem wurde der Raum still.
„Ich habe gehört“, sagte sie, „dass die Gala zum Schutz der Ozeane inzwischen eine bewaffnete Tiefgaragenverhandlung, einen verletzten sowjetischen Sportler, verschwundene Neptuniumringe, zwei Fässer verglasten Atommülls und eine österreichisch-hessische Schülerbeteiligung hervorgebracht hat. Das war so nicht erwartet. Und während unsere Wissenschaftlerinnen noch das Buffet nach der Effizienzpräsentation genießen, müssen wir hier echte nachhaltige Entscheidungen treffen.“
Sie sah zu Mutoi.
„Habe ich etwas Wesentliches vergessen?“
Mutoi schluckte.
„Ein Betonstockschießen, königliche Hoheit.“
Indulan nickte.
„Das war Teil der Lösung, nicht das Problem an sich, wie es der dänische Philosoph Søren Kierkegaard beschreiben würde.“
Volpe trat zu dem kleinen Buffet, nahm sich aber nur eine poêlierte Feige. Lodge stellte seine Aktentasche neben einen Sessel, als sei sie ebenfalls geladen. Klebb blieb nahe bei Stromberg und betrachtete Paloma mit einer heiteren Aufmerksamkeit, die Paloma bemerkte und anzüglich ignorierte. Anya stand so, dass sie zugleich Indulan, Stromberg und den Ausgang sehen konnte. Claudia hatte die Arme verschränkt und wirkte, als sei Samt für sie nur eine andere Art von Dämmmaterial.
Indulan wandte sich zuerst an Claudia.
„Dr. Tiedemann. Beginnen Sie.“
Claudia berichtete knapp. Sie erklärte das Gezeitenkraftwerk als tertiären Kühlkreislauf mit Zusatzenergieerzeugung und Plastikfilterbonuswirksamkeit, den Mikrokugelhaufenreaktor, den vermuteten Inhalt des Abklingbeckens, die Schutzkleidung, die Iodtabletten, die verglasten Fässer und die Effizienzwerte, die nicht zu einer Eishalle passten, solange man nicht ein transtemporales Kälteportal unter der Stadt betrieb.
„Und die Ringe?“, fragte die Prinzessin.
Claudia sah zu Anya.
Anya übernahm. Sie erklärte nicht wie eine Wissenschaftlerin, sondern wie eine Frau, die sofort in Wirkung, Risiko und Besitz dachte. Die sechs Ringe seien nicht Dekoration, sagte sie, sondern der Schlüssel zu einer Technologie, die nicht öffentlich werden dürfe. In den falschen Händen könne sie Meere, Häfen, Wasserstraßen und ganze strategische Räume verändern.
Paloma berichtete danach von der Verladung der ersten drei Ringe. Sie sagte es ohne Reue. Kuba habe nicht gestohlen, sondern gesichert. Ein kleines Land müsse schnell handeln, wenn große Mächte gerade damit beschäftigt seien, einander moralisch zu erklären, warum nur sie selbst gefährliche Technik besitzen dürften.
Lodge räusperte sich.
„Das war eine sehr poetische Umschreibung für Diebstahl.“
Paloma lächelte.
„Und Sie sind eine sehr teure Umschreibung für Bestechung.“
„Finanzierung.“
Stromberg sagte lange nichts. Dann berichtete er selbst. Er sprach von Ozeanen, von Wärme, von Schifffahrt, von Strömungen, von Kühlung und von der Verantwortung, größer zu denken als Staaten, die nur bis zur nächsten Wahl oder Sukzession blickten.
Indulan hörte ihm zu, ohne ihn zu unterbrechen. Das machte es für ihn ehrbarer.
Als er fertig war, sah sie zu Mutoi.
„Kadett Mutoi, Sie haben mich als Vermittlerin vorgeschlagen. Warum?“
Mutoi trat einen halben Schritt vor.
„Hoheit, weil alle anderen hier entweder Besitzansprüche, Forschungsinteressen, geopolitische Ziele oder finanzielle Schäden geltend machen. Das Königshaus ist betroffen, weil es Strombergs Strom und Stiftungsgelder angenommen hat. Aber gerade deshalb kann Hoheit nicht so tun, als ginge es nur um Technik. Es geht um die Glaubwürdigkeit der dänischen Monarchie und um die Übereinkunft über die Monarchien.“
Magnus flüsterte zu Köck: „Er klingt, als hätte er das auswendig gelernt.“
Köck flüsterte zurück: „Nein, denn dann wäre es kürzer.“
Indulan lächelte nicht. Aber ihre Augen wurden wärmer.
„Gut“, sagte sie. „Dann hören Sie jetzt meine Entscheidung!“
Stromberg richtete sich auf. Anya wurde stiller. Claudia sah aus, als bereite sie innerlich bereits Einwände vor.
Sie legte nur eine Hand auf die Lehne des Throns, während die andere ein großes Rufzeichen in die Luft malte.
„Erstens: Herr Stromberg schenkt die Nordhavn Arena mit sofortiger Wirkung dem dänischen Königshaus. Einschließlich des Gezeitenkraftwerks und des Mikrokugelhaufenreaktors.“
Stromberg atmete kaum sichtbar ein.
„Hoheit—“
„Ich bin noch nicht fertig.“
Er schwieg.
„Der Reaktor wird nicht unter Kopenhagen verbleiben. Er wird an einen dezenteren Ort außerhalb der Stadt gebracht, unter Aufsicht des Königshauses, mit dem Wohlwollen der Weltenergieorganisation und betrieben von ausgewählten dänischen technischen Fachstellen. In der Arena verbleibt nur das Gezeitenkraftwerk. Die Halle bleibt öffentlich nutzbar und wird künftig als dänisches Vorzeigeprojekt für maritime Energieeffizienz geführt und zu Ehren des Spenders in Stromberg-Halle umbenannt.“
Claudia nickte langsam. Das gefiel ihr nicht vollständig, aber es war nicht dumm.
Indulan fuhr fort: „Zweitens: Herr Stromberg erhält für seine großzügige Schenkung einen dänischen Orden.“
Magnus’ Augen wurden groß.
„Das ist jetzt aber sehr dänisch“, murmelte er.
„Und“, sagte Indulan, „seine Schiffe werden in Dänemark dauerhaft von Steuern und Hafengebühren befreit.“
Lodge hob den Kopf.
Jetzt war er wirklich interessiert und machte sofort eine Notiz mit der silbernen Füllfeder, die er aus seinem Sakko zog.
Stromberg sah Indulan an, als habe sie ihm gerade eine Niederlage in ein Geschäftsmodell verwandelt.
„Dauerhaft?“
„Solange Ihre Stiftung die folgenden Bedingungen erfüllt.“
„Natürlich“, sagte Stromberg sofort.
Claudia schnaubte. Anya sagte leise: „Er hat gerade wieder Land gesehen.“
„Wasser“, korrigierte Paloma. „Bei ihm immer Wasser.“
Indulan wandte sich an Anya.
„Drittens: Frau Amasowa behält die bereits gesicherten Datenkopien. Die Sowjetunion erhält zwei der drei verbliebenen Neptuniumringe.“
Paloma hob eine Augenbraue.
„Großzügig mit Dingen, die gerade noch nicht der Sowjetunion gehören.“
„Nichts in diesem Raum gehört noch jemandem ganz“, sagte Indulan.
Das war so schlicht, dass niemand sofort widersprach.
„Viertens: Dr. Tiedemann erhält ebenfalls vollständige technische Daten zum Reaktor und zum Effizienzsystem. Sie erhält einen Neptuniumring zu Forschungs- und Sicherungszwecken, außerdem die beiden Fässer verglasten Atommülls. Zusätzlich übergibt Dänemark drei weitere Tonnen geeigneter nuklearer Reststoffe zu einem festgesetzten Entsorgungspreis an das Kraftwerk und die Endlagerstelle Winden.“
Claudia blinzelte.
„Dänemark übergibt?“
„Die Strombergstiftung bezahlt den sicheren Transport“, sagte Indulan. „Nicht die dänische Regierung.“
Lodge öffnete bereits die Aktentasche.
„Das lässt sich gestalten.“
„Das dachte ich mir“, sagte Indulan.
Claudia sah zu Stromberg.
„Sie zahlen Winden dafür, dass es dänischen Atommüll ordentlich entsorgt?“
Stromberg antwortete: „Ich zahle dafür, dass Dänemark und Sie schweigen. Ich hoffe nur, es ist nicht Müll aus Grönland oder Island, wegen der Länge der Transportwege.“
Indulan wandte sich an Paloma.
„Fünftens: Kuba behält die drei Ringe, die bereits auf See sind, sowie eine Kopie der Reaktorpläne.“
Anya sagte sofort: „Das ist zu viel.“
Paloma sagte gleichzeitig: „Mir gefällt es so.“
Indulan sah beide an.
„Kuba hat sie. Die Frage ist nicht, ob Kuba sie bekommt. Die Frage ist, ob Kuba danach noch Grund hat, etwas Unkluges zu tun.“
Paloma senkte den Blick nicht.
„Kuba wird sich erinnern, wer hier vernünftig war.“
„Das hoffe ich“, sagte Indulan. „Und ich hoffe, Kuba erinnert sich auch daran, wer hier nicht gefragt hat, ob eine dänische Prinzessin gern vor vollendete Tatsachen gestellt wird.“
Paloma lächelte kaum.
„Daran wird Kuba sich sehr deutlich erinnern.“
Indulan wandte sich zur Tür.
„Sechstens: Francine de la Motte erhält alle Informationen zum Effizienzsystem, zum Gezeitenkraftwerk und zum Mikrokugelhaufenreaktor. Sie erhält vollständigen Zugang zu diesen Teilen des Projekts, sobald alle anderen Element sicher entfernt wurden.“
Claudia wartete mit Anya und Paloma.
„Das ist weise. Ich werde es sofort veranlassen.“ kommentierte Stromberg und warf Volpe einen entsprechenden Blick zu, den Ravn registrierte.
Indulan sagte: „Kein Wort über die Ringe und den Portalgenerator.“
Claudia atmete aus.
„Hoheit weiß, was das bedeutet?“
„Ja.“
„Dann wissen Sie auch, dass Sie damit eine Lüge stabilisieren.“
„Nein“, sagte Indulan. „Ich stabilisiere eine Wahrheit, die sonst heute Nacht mehrere Regierungen, drei Geheimdienste, eine Stiftung, ein Königshaus und ein paar sehr überforderte Kadetten verschlingen würde.“
Mutoi sah aus, als sei er nicht sicher, ob er sich bedanken oder in Ohnmacht fallen sollte.
Indulan sagte weiter: „Siebtens: Lodge, Volpe und Klebb erhalten die Ehrenmedaille der Prinzessin.“
Klebb sah erstmals wirklich überrascht aus.
Volpe lächelte.
Lodge fragte: „Wofür genau?“
„Dafür, dass Sie in einer bewaffneten Lage gewaltfrei zur Stabilisierung beigetragen haben. Durch Verbandsmaterial, Verhandlung, Einschüchterung ohne Schussabgabe und die bemerkenswerte Bereitschaft, Bestechung in Infrastruktur umzubenennen.“
Volpe neigte den Kopf.
„Ich habe schon schlechtere Begründungen für Schmuck gehört.“
Klebb sagte: „Es ist eine Medaille?“
„Ja.“
„Keine Brosche?“
„Nein.“
„Gut.“
Indulan kam zum schwierigsten Teil.
„Achtens: Ravn.“
Der Raum wurde kälter.
Nicht physikalisch. Gesellschaftlich.
„Frau Ravn ist für die Verletzung von Ilya Rozanow mitverantwortlich. Der Schuss kam aus ihrer Sicherheitstruppe. Wenn Herr Stromberg sie nicht selbst bestraft, wird sie der dänischen Polizei übergeben. Und dann wird das Königshaus die Ermittlungen nicht behindern.“
Stromberg sah zur geschlossenen Tür.
„Was verstehen Hoheit unter Bestrafung?“
„Entfernung aus allen dänischen Projekten und Verlassen des Staatsgebietes.“
Stromberg schwieg.
„Und“, sagte Indulan, „eine schriftliche Entschuldigung an Herrn Rozanow, Herrn Hollander und das Leopoldinische Militärgymnasium.“
Magnus flüsterte: „An Österreich schreibt man immer am Ende.“
Mutoi trat ihm leicht auf den Fuß.
Indulan sah zu den Kadetten.
„Neuntens: Die österreichischen Kadetten und Magnus werden über die Ereignisse dieses Abends schweigen.“
Magnus hob eine Hand.
„Gilt das auch für sehr literarische Andeutungen?“
„Ja.“
„Schade für Hessens Literaturnobelpreis.“
„Dafür erhält jede beteiligte Schülerin von der Strombergstiftung ein Taschengeld in Höhe von zehntausend Euro.“
Die Kadetten erstarrten.
Kalaschek sagte sehr leise: „Pro Person oder pro Schule?“
Lodge antwortete automatisch: „Steuerlich ist das als Bildungsförderung darstellbar und in Dänemark sogar umsatzsteuerbefreit. Er machte eine weitere Notiz in sein Heftchen.“
Indulan fuhr fort: „Außerdem finanziert die Stiftung ein gemeinsames österreichisch-hessisches Sommerlager in Island. Mit naturwissenschaftlichem Schwerpunkt, monarchischer Begegnung, Meereskunde und einer privaten Feier mit der Djane Riley Blu.“
Magnus sah aus, als habe jemand Hessen gerade in ein Märchen verwandelt.
„Riley Blu?“
„Ja.“
„Die Riley Blu?“
„Ich kenne keine andere.“
Mutoi räusperte sich.
„Hoheit, darf ich anmerken, dass die Kadetten bestochen wirken könnten?“
„Nein“, sagte Indulan. „Sie werden belohnt, weil sie nicht hysterisch wurden, Erste Hilfe leisteten, Beweismittel bewachten und auf kreative Weise die Krise verschlimmerten, ohne sie vollständig zu zerstören.“
Komarova nickte. „Das ist präzise.“
Kromoser flüsterte: „Ich werde in Island nicht schlafen.“
Eder flüsterte zurück: „Gut das wir schon achtzehn sind.“
Stromberg sah Indulan an.
„Hoheit verteilt großzügig mein Geld.“
„Sie haben heute versucht, die Ozeane zu kühlen“, sagte Indulan. „Da dürfen ein paar Jugendliche in Island tanzen.“
Paloma lachte als Erste. Anya widerstand kurz, dann zuckte auch ihr Mund. Claudia sah auf das Buffet.
„Und was ist mit de la Motte? Sie wird merken, dass Daten fehlen.“
„Natürlich“, sagte Indulan. „Darum bekommt sie genug, um offiziell Recht zu haben. Und zu wenig, um in dieser Nacht eine globale Jagd nach sechs Ringen auszulösen.“
Stromberg trat einen Schritt vor.
„Und was bekomme ich außer einem Orden und Hafengebührenfreiheit?“
Indulan sah ihn lange an.
„Hafengebühren und Steuern. Die heutigen Verluste haben Sie in drei, spätestens vier Jahren herinnen. Sie bekommen Zeit, Ansehen, eine saubere Erzählung und die Möglichkeit, Ihre nächste Idee nicht unter einer Hauptstadt zu verstecken.“
Anya sagte trocken: „Das ist mehr, als er verdient.“
„Diplomatie“, sagte Indulan, „ist eine Kunst des Ausgleichs der Interessen, bei dem zuletzt alle als Sieger davon gehen.“
Mutoi hob vorsichtig die Hand.
„Das unterscheidet Diplomatie von einem Tribunal.“ dozierte Kalaschek.
Magnus sah Höller an, der sich mit Handzeichen zu Wort meldete.
„Alle verlieren etwas. Alle behalten etwas. Niemand bekommt alles. So würde Nestroy es formulieren.“
Lodge nickte langsam. „Der Kadett hat eine Zukunft in der Privatwirtschaft.“
Stromberg sah zu Anya.
„Die Sowjetunion?“
Anya sagte: „Stimmt zu, aber unter Protest.“
Paloma hob den Kopf.
„Kuba stimmt zu, ohne Protest. Kuba hat schon drei Ringe.“
Anya sah sie an.
„Genießen Sie diesen Satz nicht zu sehr.“
„Zu spät.“
Claudia atmete tief ein.
„Hessen stimmt zu. Unter der Bedingung, dass Winden die Entsorgungspreise in Gold ausbezahlt bekommt, nicht in Hessischen Mark. Und dass die Reaktordaten nicht kommunistisch gereinigt werden.“
Lodge nickte, nachdem er sich bei Stromberg um Zusage bemüht hatte.
Stromberg sagte schließlich: „Ich stimme zu.“
Indulan sah ihn an.
„Mit Ravn?“
Ein kleiner Muskel an seinem Kiefer bewegte sich.
„Ravn wird entfernt.“
Klebb sagte: „Ich nehme die Medaille.“
Volpe lächelte. „Ich auch.“
Lodge seufzte. „Ich auch, falls sie steuerlich nicht kompliziert wird.“
Magnus nahm ein Glas mit Apfelmus gequirlten Aquavits.
„Auf die Prinzessin?“
Mutoi sah Indulan an.
„Wenn Hoheit gestattet.“
Indulan ließ sich von Volpe ein Glas bringen.
„Ich gestatte, dass Sie trinken. Jetzt verlassen Sie diesen Raum nüchtern genug, um sich an die Lüge zu erinnern.“
Alle ergriffen ein Glas, selbst Stromberg, und erhoben es auf die Prinzessin. Jeder trank es in einem Zug aus, manche mit mehr Genuss als andere. Magnus nahm danach mit bloßen Fingern eine Scheibe vom kalten Lachs und stopfte sie in den Mund. Komarova und Kalaschek nahmen gedämpfte Ananas, Volpe, Anya, Paloma und Höller je eine poêlierte Feige, Mutoi, Stromberg und Ravn verspeisten je eine geeiste Praline, Klebb und die Prinzessin, die inzwischen aufgestanden war, nahmen sich je eine chinesische Porzellanschale mit Vanillepudding.
Stromberg verneigte sich minimal.
„Hoheit haben die Ozeane heute vor unnötiger Zerstörung bewahrt.“
Indulan sah ihn an.
„Ja, Herr Stromberg. Dänemark und Sie haben mehr Interesse am Meer gemeinsam, als Sie dachten. In Zukunft sollten wir zuerst reden und dann bauen. Das Meer bleibt unsere gemeinsame Frage. Und jetzt seien Sie dankbar, dass ich statt Ihnen zu Francine de la Motte gehe und den Schlamassel aufkläre.“

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